Definition Kryptozoologie

Das Wort Kryptozoologie wurde 1959 von Lucien Blancou geprägt. Es setzt sich aus dem griechischen kryptos (für verborgen / versteckt), zoon (für Tier) und logia (für Lehre) zusammen, und kann als „Die Lehre von den verborgenen Tieren“ übersetzt werden.

Das kryptozoologische Interesse gilt also Tieren oder tierähnlichen Wesen, über welche aus unterschiedlichen Quellen Informationen vorliegen, deren Existenz aber nicht bewiesen ist (z.B. durch Belegexemplare in Museums-Sammlungen).

Der belgische Zoologe Bernard Heuvelmans (1916-2001), der als Vater der Kryptozoologie gilt, definierte die Kryptozoologie dementsprechend als wissenschaftliche Studie von den verborgenen Tieren.


Die Kryptiden lassen sich in zwei Gruppen einteilen:

Zum einen handelt es sich um Tiere, die in ihrer beschriebenen Erscheinung weder fossilen noch rezenten Tieren gleichen, und daher als vollkommen unbekannt eingestuft werden müssen. Als Beispiel für diese Gruppe kann der Tzuchinoko angeführt werden. Ein kleines schlangenartiges Tier auf Japan, das bereits von vielen Menschen gesehen wurde. Tiere dieser Gruppe sind zwar der Wissenschaft vollkommen unbekannt, stellen aber keine biologische Unmöglichkeit dar.

Zum anderen handelt es sich um (fossil) bekannte Tierarten, die aber seit kürzerer oder längerer Zeit als ausgestorben gelten, von denen aber dennoch Sichtungsberichte oder andere Zeugnisse vorliegen. Ein Beispiel für diese Gruppe ist der australisch / tasmanische Beutelwolf, dessen letztes Exemplar zwar 1936 im Zoo von Hobart / Tasmanien starb, von dem aber mehrere Hundert Sichtungsberichte vorliegen.

Neben diesen beiden Gruppen lassen sich noch zwei weitere Gruppen aufführen, die zwar nicht zu den Kryptiden im eigentlichen Sinne gezählt werden, die aber dennoch oft im Rahmen der kryptozoologischen Forschung Erwähnung finden:

Dies sind zum einen bekannte rezente Tierarten, die aber am falschen Ort, auf einem falschen Kontinent gesichtet wurden. Der Kryptozoologe Loren Coleman verwendete hierfür die Bezeichnung „out-of-place-animals“, um die völlige Fremdartigkeit dieser Tiere am Sichtungs-Ort zu unterstreichen. Beispiele hierfür sind die seit Jahrzehnten in Großbritannien gesichteten Großkatzen oder auch Kängurus auf dem Nordamerikanischen Kontinent.

Zum anderen handelt es sich um Wesen, die man als „echte Monster“ bezeichnen könnte. Berichte über Wesen dieser Art muten in ihrer Erscheinung skurril oder abstrus an und widersprechen zum Teil biologischen Regeln.

Dennoch gibt es auch aus dieser Kategorie Hunderte von Augenzeugenberichte, die von Menschen mit Flügeln, Echsenmenschen, Zyklopen oder Zentauren handeln.
Beispiele sind der in Mittel- und Zentralamerika bekannte Chupacabra, oder der Jersey-Devil des US-Staates New Jersey.

3 Quellen der Kryptozoologie

naturwissenschaftliche Quellen: In besonders günstigen Fällen liegen von einem Kryptiden physische Spuren in Form von Haar- oder Fellresten, Trittsiegeln, Exkrementen oder Nahrungsreste vor. Spuren dieser Art sind mit naturwissenschaftlichen Methoden, z.B. mittels DNA-Analysen, gut zu untersuchen und machen unter Umständen einen Kryptiden schon vor seiner eigentlichen Entdeckung physisch fassbar.

kulturelle Quellen: In vielen Kulturgütern der Vergangenheit und Gegenwart wird Bezug auf Tiere und tierähnliche Wesen genommen, die als Kryptiden angesprochen werden können. So finden sich z.B. in alten Texten, Erzählungen (vorzugsweise Sagen), sowie im allgemeinen „Volksglauben“ oftmals Beschreibungen unbekannter Tiere, die üblicherweise als Fabeltiere eingestuft werden. Hinzu treten bildliche Darstellungen und Skulpturen, welche zuweilen ein nicht zu bestimmendes Tier abbilden. Das Quellen dieser Art wertvolle Informationen über unentdeckte Tiere liefern können beweist das Beispiel >Okapi<. Dieses ist ein fester Bestandteil in den Sagen der Ituri-Pygmäen, in denen es als Waldesel beschrieben wird. Wissenschaftler taten das Tier als nichtexistentes Fabeltier ab, bis 1901 das erste Exemplar gefangen wurde. Eine Beachtung und Auswertung der Sagen hätte zu einer früheren Entdeckung führen können.

Augenzeugenberichte: (evtl. ergänzt durch Film- oder Fotoaufnahmen):
Die Quellengattung, welche quantitativ die meisten Informationen liefert, sind die Tausenden von Augenzeugenberichte, die weltweit von Begegnungen mit unbekannten oder vermeintlich ausgestorbenen Tieren erzählen. Die Auswertung dieser Quelle gestaltet sich jedoch am schwierigsten. Angefangen bei Problemen der Wahrnehmungspsychologie, über Probleme der Interview- und Dokumentationstechnik, bis zur grundlegenden Schwierigkeit die soziokulturellen Verflechtungen, die sich in einem Augenzeugenbericht niederschlagen, zu entwirren. Trotzdem stellen Augenzeugenberichte eine wichtige Quellengattung dar, da sie die meisten Daten liefert. Zur Prüfung und Analyse von Film- und Fotoaufnahmen gelangen wiederum naturwissenschaftlich-technische Methoden zur Anwendung.

 



 

 

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